Hallo Ernstfall

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June 12, 2022  

Hereinspaziert, heut ist Maskenball.

Eine Folge aus dem Bilderbuch: Ernstfälle, wohin man schaut. Franz gleitet im Familienraumschiff durch die geruchslose Corona-Galaxie, irgendwo zwischen den Sternbildern Fenchelhase und Jockeyfisch. Seine Tochter lässt sich nichts anmerken und gründet mit Wagniskapital eine Sonnenscheinfabrik. Judith erlebt einen akuten Scanxiety-Anfall; sie fragt sich, ob um acht mal wieder ihr  Leben zusammenbricht? Es ist ja Juni, da geht’s quasi schon auf den Oktober zu, und das heißt: Die Lauterbäche kommen wieder hinter ihren Steinen hervor und recken ihr Warnzeichen-förmiges Gefieder gen Himmel.

Themen: das mulmige Gefühl vor der nächsten Mammografie +++ Corona mit Familie +++ Pandemie im Herbst +++ Was, wenn man als Pessimist recht hat? +++ Digitalisierung +++ schönes Malen, hilfloses Angeln, freiwilliges und unfreiwilliges Zu-Hause-Bleiben

Rausschmeißer-Empfehlungen:

  • Einschlafen Podcast http://mik.fm
  • Nachgefragt: Wie blank ist die Bundeswehr? https://youtu.be/s1Y8N8ozzK0
  • ZDF Magazin Royale zur Polizei-Digitalisierung https://www.zdf.de/comedy/zdf-magazin-royale/zdf-magazin-royale-vom-27-mai-2022-100.html
  • May & Berrry https://www.mayandberry.com
May 29, 2022  

Sonderausgabe: Donauwellen

Eine Außenfolge aus dem sonnigen Regensburg – wo wir uns finden mit Cappuccino to go unter Linden zur Mittagszeit. Regensburg? Ja, Regensburg: die Stadt, in der die Parks gepflastert sind mit Hundehandtüchern des Glücks und die Bevölkerung nach Trachten trachtet. Franz lernt, dass zwei 25-Minuten-Pomodori auch ein Date sind. Yoda beantwortet Judith beim Einschlafen die großen galaktischen Fragen: Ist das All ein Wollknäuel? Und nutzen die Götter die Filamente zum Silikonieren? Falls ja, wäre das der unzweifelhafte Beleg, dass nicht nur die Menschen seltsam sind.

May 15, 2022  

Ich wohne hier nicht zum Spaß.

München, Wien, Frankfurt: Euer Podcast von Welt ist wieder da. Mit ernsthaften Passfotos, seriösen Öffnungszeiten und einer Lernzielkontrolle in Diktatform: Kabarett oder Cabaret? Büfett oder Buffet? Hauptsache Bohemien. Aber nun zur Sache: Heute geht’s ums Wohnen – eine Aktivität, in der Judith ihre ganze Mycelhaftigkeit ausleben kann, während Franz sein Nichts ins Regal legt. Wir lernen Wohngeheimnisse zwischen Windfangklo und Kleiderstopftechnik kennen und lassen uns beschallen von der Crossoverband Adorno mit ihren Smashhits „Louie Baby Kiss Kiss“ und „Living on the Edge with Bunnies“. Ach übrigens: hallo Matthias.

Themen: Teures Wohnen. +++ Adornos falsch verstandener Satz „Es gibt kein richtiges Leben im falschen.“ +++ Schaffe schaffe Häusle lieber doch nicht baue? +++ Was bringt mehr Lebenszufriedenheit: Sicherheit oder Erlebnisse? +++ Der Minimalismus und die Gemütlichkeit. +++ Die Top 5 der Wohnabgründe.

Vortragsnotizen von Florian Roth zu „Es gibt kein richtiges Leben im falschen“ (2002): https://www.florian-roth.com/wp-content/uploads/2020/01/AdornoKeinRichtigesLebenimFalschenMS.pdf?t=1345155835

May 1, 2022  

Stark ist, wer auch mal schwach sein kann.

Judith hat Cringe-Gefühle beim Betrachten einer ministerialen Pressekonferenz. Franzens Familie schwärmt noch Jahrzehnte später von dem Tag, als die Satellitenschüssel auf dem Garagendach ankam – und RTL 2 im Wohnzimmer. Darüber hinaus ist zu vermelden, dass in der Rubrik »Sätze, die einen nicht beliebter machen« diese Worte fielen: »Wir sind die Einzigen, die die Analyse wirklich voll drauf haben« sowie »Ich hab euch lieb, aber ihr könnt mir jetzt mal alle gestohlen bleiben«. In der letzten Spielminute wird die deutsche Romantik zerstört. Es folgt ein geheimer Bonustrack, den wir aus drei Scheiben Schwarzbrot geschnitzt haben.

Themen: Die Debatte um Anne Spiegel. + + + Warum Seesterne langlebiger sind als Spinnen – und was das mit Unternehmen zu tun hat. + + + Warum es sich einfacher lernt, wenn man bereit ist, sich zum Honk zu machen. + + + Modernisten vs. Postmodernisten. + + + Hadern mit der Krankschreibung. + + + Die Crux der intrinsischen Motivation.

  • Our Great National Parks https://www.netflix.com/de/title/81086133
  • »Du musst lernen, alles mit leichtem Sinn zu tun, zu denken, zu empfinden. Ja, mit leichtem Herzen empfinden, auch wenn du tief empfindest.« Aus: Aldous Huxley, Eiland https://www.piper.de/buecher/eiland-isbn-978-3-492-20358-6
  • Aldous Harding mitsamt Entenlied https://youtu.be/vLXesqcN9VE
April 10, 2022  

Ich möchte lieber nicht.

Heute gibt’s Kuchen mit Atomschlagobers. Judith vermisst die leidenschaftliche Ambitionslosigkeit. Franz hat sich von seiner verrückten Sakko-Zeit erholt und das Bügeleisen zu den Serviettenringen in Ablage P gelegt. Die Welt erfährt zwei mal drei Dinge, die völlig überflüssig sind, obwohl die Leute glauben, man bräuchte sie. Der Staub darf bleiben, und wenn er bös ist, wird er halt zum Silberlöffelputzen geschickt.

Themen: I would prefer not to: Herman Melvilles Bartleby. +++ Ambitionslosigkeit kann entlasten. +++ Wenn Männer etwas wollen. Und wenn Frauen etwas wollen. +++ Neinsagen, ohne zu allem nein zu sagen. +++ Selbstausbeutung bei Geisteswissenschaftlern. +++ Alltagsquatsch, den kein Mensch braucht. +++ Nein zum Eltern-Perfektionismus.

March 27, 2022  

Wie Bilder unsere Wirklichkeit formen.

Die Foto-Folge. Franz drückt im Heizungskeller auf den Auslöser, bis die Speicherkarte um Erlösung fleht, um sein Vilshofener-Bürgermeister-Trauma zu überwinden. Judith zerlegt Sonya Kraus’ Feel-good-Brustkrebs-Narrativ und liest Susan Sontags. Doch noch wichtiger ist: Wir haben jetzt eine Webseite! Dort zeigen wir unter anderem, dass Franz genauso ernst schauen kann wie Judith, und dass man Ernstfall-Folgen besser verschlagworten kann als die Library of Congress: 

www.hallo-ernstfall.de

Themen: Die neue Webseite hallo-ernstfall.de. +++ Die Debatte um Sonya Kraus. +++ Erleichtern oder verstellen Bilder den Zugang zur Wirklichkeit? +++ Susan Sontags Essay über Fotografie. +++ Der Reiz der Reporter-Kameras +++ Beispiel Ukraine-Krieg: Wie Bilder politischen Narrativen dienen.

Rausschmeißer-Empfehlungen:

Lounge-Musik: Dee Yan-Key, „Cocktails“ & „Sonata I: Slow and stately“ (CC BY-NC-SA 4.0)

March 13, 2022  

Wo sind die Hollywood-Geigen? Von der Banalität des Sterbens.

Lebte Judith im alten Rom, bestünde ihr Alltag darin, großen Feldherren ins Ohr zu flüstern: „Das läuft so nicht!“ Doch weil sie im Heute lebt, kämpft sie stattdessen gegen die Diskriminierung von Meeresarten. Franz gibt unter seinen Freunden Urlaubsscheine aus, während er versucht, herauszufinden, ob die Philosophie uns, die wir alle mal sterben müssen, eher tröstet oder eher neurotisch macht. Beide Protagonisten warten noch darauf, dass die Eingewöhnung ins Leben mal ihr Ende nimmt und sie sich endlich auf ihre je eigenen Gedankenschlösser zurückziehen können.

Rausschmeißer-Empfehlung: Dieter Bohns Abschiedsartikel auf The Verge https://www.theverge.com/2022/3/4/22960011/farewell-from-dieter-bohn

February 27, 2022  

Sonderausgabe: Zwei Niederbayern im Sand

Unsere Hosts mit dem staubigen Reportermikrofon belegen heute das Praxisseminar Promenadologie und lustwandeln über die Insel Poel, während sich der wackere Begleithund auf dem Strand paniert. Das ist schön, aber so ganz ohne Caspar-David-Friedrich’sche Melancholie geht’s dann doch nicht, immerhin ist die Welt alles andere als im Lot. Ernstfälle, wohin man schaut: Es ist Krieg, ein Freund von Judith ist gestorben, das Tamoxifen geht zur Neige. Da hilft nichts so richtig, aber aufs Meer schauen und den Wellen zuhören tröstet wenigstens ein bisschen.

February 13, 2022  

Design, Espresso, Aristoteles

Franz sorgt für die nächsten Midlife-Krisen vor und hat jetzt Filomena, die ihn mit 9-Bar-Crema versorgt und seinen Sorgen lauscht, wenn der aus den Classic-Folgen dieses Podcasts bekannte Kühlschrank mal bockig sein sollte. Judiths Extravaganzen beschränken sich auf ein taubenblaues dänisches Minimalismusfeuerwerk in Form einer Pillendose. Schöner wäre nur ein Granny Smith mit eingelasertem Ernstfall-Logo, aber so weit ist die Welt noch nicht.

Rausschmeißer-Empfehlung: The first secret of design is ... noticing https://www.ted.com/talks/tony_fadell_the_first_secret_of_design_is_noticing

January 30, 2022  

Self-Care, Achtsamkeit, Platon

Heute legen wir uns mit Markus Kavka ins Indie-Schaumbad, sammeln Wollreste und zählen Dateiformate: Es geht um das, was uns guttut. Doch zwischen MBSR, Qigong und Wettkampfyoga wird Judith ausfällig, so ausfällig, dass sie aus ihrer Mitte heraus und auf ihre Achtsamkeitstrainerin drauffällt. Hilft da nur noch eine Couching-Therapie mit Baby-Yoda? Und wer ist der beste Marshall – der Ökonom, der Außenminister oder doch der Stromgitarrenverstärker? All das klären wir leider nicht abschließend.

Rausschmeißer-Empfehlungen:

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